Fragen zur Sterilität


Dies ist  ein sehr komplexes Thema!
Geschichtlich gesehen war es auch in Deutschland bis zum Anfang des vergangene Jahhunderts so, dass die Ursache gesellschaftlich grundsätzlich bei der Frau gesehen wurde. Leider ist dies auch heute noch in vielen Kulturkreisen so. In unswerer heutigen   "multi-Kulti-Gesellschaft", stellt sich somit immer häufiger auch deshalb dieser Fragenkomplex.
Grundsätzlich liegt die Ursache 50% zu 50 % auf beide Geschlechter verteilt, also sowohl Mann(!) als auch Frau können betroffen sein. In einem geringeren Prozentsatz liegt es in der speziellen Kombination von beiden Partnern. Aber auch hier gibt es heute therapeutische Möglichkeiten.
Bis vor kurzem sprach man von einem sterilen Paar, wenn für die Zeitdauer von einem Jahr der Kinderwunsch unerfüllt blieb. Wegen der daraus resultierenden psychologischen Belastung (für sich allein bereits ein wichtiger Faktor) gilt heute ein halbes Jahr als Zeitparameter. Man steigt heute also früher in die Diagnostik und Therapie ein.
Es gibt ein Stufenschema:

  1. Man überprüft die "Normal-Funktionen".
    Bei der Frau ist dies die Cyclus-Diagnostik und Aufklärung.
    Beim Mann sollte hier bereits vorher die Untersuchung der Samenflüssigkeit (Spermiogramm) erfolgen. In der Regel durch einen darauf spezialisierten Urologen. Wichtig: Am Anfang der Diagnostik, um der Partnerin unnötige Untersuchungen zu ersparen, da es ja zur Hälfte ursächlich an der Zeugungsfähigkeit des Mannes liegt!!! Das hat im übrigen nichts mit Potenz zu tun. Man kann potent aber zeugungsunfähig sein und umgekehrt!!!
  2. Speziellere Diagnostik:
    Hormone, Stimulation der Ovulation, etc.
  3. Invasive Diagnostik und Therapie bei Frau und Mann
    Die häufigste Ursache bei der Frau für Sterilität ist der sogenannte Tubenfaktor (eine Funktionseinschränkung der Eileiter). Auch hier gibt es viele Gründe: z.B. Entzündungen, angeborene Endometriose, Verwachsungen auch nach Operationen, etc. Bei Verdacht empfiehlt sich hier eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) mit Kontrastmitteldarstellung der Tubendurchgängikeit. Die früher und leider heute noch gelegentlich durchgeführte Kontrastmitteldarstellung unter Röntgenkontrolle, sollte wegen der daraus resultierenden Verklebungen (20%) und vor allem wegen der enormen Stahlenbelastung heute nicht mehr erfolgen.
    Dieser operative Eingriff ist im übrigen ambulant durchführbar; stationärer Aufenthalt im Krankenhaus ist dazu nicht erforderlich!!!

Da dieses Thema sehr komplex ist, kann ich hier nicht auf alle Details eingehen. Für weitere Fragen benutzen Sie Bitte das Forum oder senden Sie mir Ihre persönlichen Fragen per E-mail.

Bitte beachten Sie auch die Webseite der BZgA zum Thema Kinderwunsch

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