Inkontinenz - Operationen

Hierbei handelt es sich um die operative Beseitigung des für die Patientin sehr unangenehmen Beschwerdebildes des unwillkürlichen nicht kontrollierbaren Harnabgangs.

Dieses Erkrankungsbild, dass in mehreren Stadien und auch von mehreren Verursachungsprinzipien ausgeht und die Patientin quält, bringt sie zwar nicht um, - stellt also keine lebensbedrohliche Erkrankung dar, - verringert aber ihre Lebensqualität durch z.B. unwillkürlichen Urinabgang beim Tanzen, Lachen, Treppen steigen, Anheben schwerer Lasten etc. immens!
Meist ist dies auch kombiniert mit einer verringerten Fähigkeit der Blase, größere Urinmengen zu halten, - was dazu führt das die Patientin nur begrenzt Ausgehen kann, weil sie sich in der Nähe von Toiletten aufhalten muss. (siehe auch Verringerung der Lebensqualität!)

Grundsätzlich sind hier mehrere ursächliche Ausgangspunkte zu unterscheiden die jedoch sehr speziell in die Medizin hineingehen. Vor Beseitigung durch ein operativen Eingriff hat zunächst einmal eine exakte Diagnostik über die eigentliche Ursache zu erfolgen. Dies kann durch einen Urologen oder speziell dafür ausgebildeten Gynäkologen erfolgen (Verfahren der so genannten Urodynamik). Speziell für diese Untersuchungsmethoden sind im Bereich der GKV entsprechende spezielle Zulassungen bei der so genannten KV (Kassenärztliche Vereinigung) zur Durchführung dieser Untersuchung erforderlich. Ihre jeweilige KV wird Ihnen somit sicherlich diejenigen dafür zugelassenen Kollegen aus den jeweiligen Fachbereichen nennen können.

Unter anderem unterscheidet man zwischen einer so genannten Stress - und einer so genannten Urge - Inkontinenz (Unfähigkeit den Urin in allen Situationen zu halten)! Entsprechend unterschiedlich sind auch die anzuwendenden operativen Verfahren!

Statistisch am häufigsten, ist die so genannte Stressinkontinenz I. und II. Grades. Sie betrifft das oben beschriebene Erkrankungsbild des unwillkürlichen Urinabganges. Hier wurden seit Jahrzehnten große operative Verfahren angewendet, um dieses Beschwerdebild zu beheben, die auch heute noch in den Kliniken ihre Anwendung finden. Leider hat sich hier jedoch immer eine relativ hohe Rezidivrate ( Versagerquote ) gezeigt.

Es ist dem schwedischen Professor Ulmstedt zu verdanken das hier über Operationsverfahren erneut nachgedacht worden ist. Er entwickelte ein Operationstechnik, in dem mit einer Form einer Schlingenplastik eine Aufhängung der äußeren Harnröhre erfolgt. (TVT- Verfahren - Tension free Vaginal Tape). Das Verfahren ist weltweit inzwischen tausendfach angewendet worden und zeigt eine hohe Erfolgsrate. Langfristige Ergebnisse können jedoch noch nicht vorhanden sein.
Der Nachteil des Verfahrens ist möglicherweise ein hohes Risiko von Verletzungen umliegenden Gewebes, sowie der Notwendigkeit, diesen Bandaufhängungsmechanismus durch die Bauchdecken führen zu müssen ( Verletzungsmöglichkeiten der Blase, des Harnleiters, der Gefäße und andere umliegende Gewebe). Neuere Untersuchungen an der UFK Malmö bei 177 Patienten  mit urodynamischer Stressinkontinenz zeigen folgende postoperative Komplikationen:

Fazit: OP nur durch methodenerfahrenen Kollegen! Schon bei nur begleitender Detrusorinstabilität TVT kontraindiziert.

Von diesem Verfahren wurden inzwischen mehrere Modifikationen entwickelt, - z.B. eine andere Bandführung, leider jedoch mit bestehender Verletzungsmöglichkeit anderer Gewebearten, - sowie unterschiedlicher Modifikationen dieses Bandes je nach Hersteller.

In weiterer Entwicklung dieses Systems hat Herr Professor Lahodny / Österreich sein Verfahren des so genannten UST entwickelt (Urethral Surrounding Tissue).
Dieser Eingriff ist wesentlich einfacher, kürzer und damit auch potentiell von seiner anatomischen Strukturierung risikoärmer, - was die potentielle Verletzungsmöglichkeit umliegenden Gewebes betrifft, - durchführbar.
Herr Professor Lahodny führt den nachweisbaren Erfolg dieser Operationsmethode auf die Auslösung eines sogenannten urethro - vesicalen Reflexes zurück. Der Nachweis wurde in einer Arbeit 1999 in Amerika erbracht. Dies bedarf sicherlich noch einer wissenschaftlichen Abklärung (Evaluation), jedoch sind die tatsächlich vorhandenen Erfolge evident. Die Operationsmethode wurde von Professor Lahodny im Juni 2001 in St. Pölten anlässlich eines Kongresses vorgestellt.

Ich selbst operiere dieses Verfahren seit März 2001 mit den gleichen hervorragenden Erfolgsergebnissen wie Professor Lahodny.

Derzeit entwickele ich mit einer namhaften Firma das System SUI (Solution for Urinary Inkontinenz), welches das operative Verfahren noch weiter erleichtert und eine bessere Beständigkeit des einzulegenden Gewebeprototypen bedingt.
Ich werde sie gegebenenfalls auf diesen Seiten über den Fortgang entsprechend informieren!

Bitte allgemeinen Information über Inkontinenz / Blasenschwäche unter Patienteninfo beachten! 

 

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